Usecase: Aufbau eines Semantic Mediawiki zur kollaborativen Erfassung von Interviewmetadaten im Rahmen des Verbundprojektes "Multiple Transformationen"

  1. Seite: Das Projekt - Übersicht und Analyse

Name: Multiple Transformationen. Gesellschaftliche Erfahrung und kultureller Wandel in Ostdeutschland und Ostmitteleuropa vor und nach 1989 Webseite (Blog): https://saxorum.hypotheses.org/4939

Beschreibung: Multiple Transformationen ist ein dreijähriges Verbundprojekt (bis 2022) von vier in Sachsen ansässigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Die WissenschaftlerInnen beschäftigen sich dabei mit dem Umbruch von 1989 sowie den Folgeerscheinungen des Transformationsprozesses in Deutschland und seinen ostmitteleuropäischen Nachbarländern in transdisziplinärer Perspektive.

Die „Friedlichen Revolutionen“ in der DDR und den Staaten Ostmitteleuropas sowie die Wiedervereinigung Deutschlands vor rund 30 Jahren bedeuteten eine historische Zäsur, deren Folgen bis heute nachwirken. Neben den systemischen Veränderungen in Politik, Kultur, Wirtschaft und Recht stellten die Auflösung und das Ende der staatssozialistischen Alltagswelt eine einschneidende biografische Erfahrung für viele Menschen dar. In den neuen Bundesländern wie in Ostmitteleuropa ging damit die Notwendigkeit einer Umstellung auf neue gesellschaftliche Anforderungen, Freiheiten und Zwänge einher, die in ganz unterschiedlicher Weise – als Chance, als Niederlage oder als Notwendigkeit – bewältigt wurde. Die frühe Nachwendezeit war einerseits geprägt von Aufbruchseuphorie, Freiheitsrhetorik und der Freude über neu gewonnene persönliche wie auch politische Entfaltungsmöglichkeiten. Andererseits bestimmten Erschütterung über die „Abwicklung“ der volkseigenen Betriebe sowie die rasche Etablierung kapitalistischer Strukturen und die massenhaften „Privatisierungen“ nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens. Der Wandel bot genauso Konsumverheißungen und neue kulturelle Handlungsspielräume, wie ihm auch Anpassungsschwierigkeiten und Unsicherheiten folgten, die die Lebensentwürfe und Erwerbsbiographien weiter Teile der Bevölkerung betrafen. Die langfristigen Folgen von Entfremdung, Entsolidarisierung und sozialer Spaltung beschäftigen uns noch heute.

(Quelle: Projektwebseite)

Die Institute:

Beteiligt am Verbundprojekt "Multiple Transformationen" sind die folgenden vier Forschungseinrichtungen:

Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung (HAIT) Teilprojekt: Freiwilligkeit und Fürsorge in Transformation: Lokales Engagement im Dreiländereck https://saxorum.hypotheses.org/5146

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV) Teilprojekt: Soziales Erbe. Postsozialistische Vereinigungen ehemaliger DDR-Betriebskollektive zwischen Traditionalisierung und neuer Vergemeinschaftung https://saxorum.hypotheses.org/5161

Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa (GWZO) Teilprojekt: Aufmerksamkeitswandel für die „Kunst im Osten“: Transformationen der Kunstförderung und Kunstgeschichtsforschung seit den späten 1980er-Jahren https://saxorum.hypotheses.org/5036

Sorbisches Institut / Serbski institut (SI) Teilprojekt: Sorbische Kultur- und Kreativwirtschaft in der Transformation. Kulturelles Erbe zwischen ethnischer Selbstvergewisserung und ökonomischer Inwertsetzung https://saxorum.hypotheses.org/5075

Analyse des Projekts

Die Ausgangslage: Es handelt sich bei "Multiple Transformationen" um ein Verbundprojekt von vier Partnerinstitutionen, welches die Untersuchung von Transformationsprozessen im Zusammenhang mit der "Friedlichen Revolution" zum Inhalt hat. Die inhaltlichen Gemeinsamkeiten der vier Forschungsprojekte waren also schnell ausgemacht.

Die Forschenden wanden sich nun mit dem Wunsch an uns, auch darüber hinaus Potential für eine engere Zusammenarbeit zu erörtern, insbesondere auf organisatorisch technischer Ebene im Zusammenhang mit Forschungsdatenmanagement. Wichtig war allen Beteiligten, dass die Partner nicht vollständig losgelöst von den Anderen ihre Forschung betreiben sollen.

Notwendiges Ziel war es zunächst also, weitere Gemeinsamkeiten der Teilprojekte zu identifizieren. In Gesprächen wurde schnell deutlich, dass auch im Bereich der Forschungsobjekte Berührungspunkte an zentraler Stelle zu finden sind. Alle Beteiligten verfolgen identische Ansätze zur Informationsermittlung: Das Führen von Interviews mit Zeitzeugen dient als Hauptinformationsquelle. Auch darüber hinaus werden teils gleiche Quellenarten erschlossen wie verschiedene Dokumentenarten oder Fotos. An dieser Stelle sollten sich also Synergien ergeben.

Eine erste Idee der Einrichtung einer zentralen Primärdatenverwaltung (beispielsweise in einem Forschungsdatenrepositorium) für die Projektpartner erwies sich jedoch als nicht zielführend. Die mit den Interviewaufnahmen verbundenen Persönlichkeitsrechte stellten eine zu große Hürde dar. Schließlich erlaubten die von den Partnern eingeholten Einverständniserklärungen mitunter nur die interne Speicherung und Nutzung durch die im Rahmen des Teilprojekts forschende Person. Allerdings erwiesen sich in der folgenden Diskussion die Metadaten der Interviews und der weiteren Quellen als lohnende Grundlage für eine intensivere Zusammenarbeit.

Folgende Ziele wurden vereinbart:

  • Gemeinsame Erhebung der Metadaten der Interviews und weiterer für die Vorhaben relevanter Datenarten
  • Abstimmung auch in weiteren Aspekten des Forschungsdatenmanagements, das alle Partner betrifft im Rahmen der Erstellung eines gemeinsamen Datenmanagementplans
  1. Seite: Planung und Umsetzung

Wie im Vorfeld bereits beschrieben haben sich die Projektpartner auf folgende Ziele geeinigt:

  • Gemeinsame Erhebung der Metadaten der Interviews und weiterer für die Vorhaben relevanter Datenarten
  • Abstimmung auch in weiteren Aspekten des Forschungsdatenmanagements, das alle Partner betrifft im Rahmen der Erstellung eines gemeinsamen Datenmanagementplans

Im Folgenden soll in erster Linie der obere Punkt thematisiert werden, also die Umsetzung eines Systems zur niedrigschwelligen, möglichst komfortablen Metadatenerfassung im Rahmen des Projekts. Dabei versprachen sich die Forschenden folgende Vorteile von dieser Lösung:

  • Übersicht über die im Projekt erzielten Fortschritte, sowohl qualitativ als auch quantitativ
  • Dokumentation der eigenen Forschungsleistung
  • Ermöglichung einer Nachnutzung (im Institut und darüber hinaus)
  • TODO!?!?

Zum Erreichen dieses Ziels bedurfte es zunächst eines Systems zur verteilten systematischen Erfassung von (Meta-)Daten. Eine Eigenentwicklung kam aufgrund des zu erwartenden Umfangs nicht infrage. Folglich wurde die Entscheidung getroffen, ein bestehendes, breit einsetzbares System zur Wissenserfassung entsprechend der Anforderungen des Projekts anzupassen. Eine grundlegende Analyse der Möglichkeiten, Vor- und Nachteile verschiedener Systeme wurde vorgenommen und ist hier zu finden: https://kompetenzwerkd.github.io/infoportal/wissensbasen/ Auf dieser Basis haben wir uns dafür entschieden, in diesem Fall ein Mediawiki https://www.mediawiki.org mit der Semantic Mediawiki-Erweiterung https://www.semantic-mediawiki.org/ (SMW) einzusetzen: Gründe dafür waren unter anderem:

  • es handelt sich um vollständig offene Software
  • bekanntes User Interface für einfache Erstellung und übersichtliche Darstellung des Content
  • grundlegende Möglichkeiten der Nutzerverwaltung
  • Nachverfolgbarkeit von Änderungen
  • große Community von Nutzenden und Entwickelnden, dadurch großes Ökosystem an Erweiterungen
  • Vielseitigkeit, breite Einsetzbarkeit
  • Möglichkeit der Erfassung strukturierter Daten (im Vergleich zu Mediawiki)
  • Möglichkeiten des Exports der strukturierten Daten

Das SMW-Grundsystem wurde im nächsten Schritt zentral aufgesetzt, um den Forschenden einen ersten Einblick in das System geben zu können. TODO: zu diesem Zeitpunkt ungeklärte Fragen bezüglich des späteren Hostings... Docker wegen Flexibilität

TODO: Erleichterung der Modellierung, Erstellung von den eigentlichen Datenschemata, Eingabemasken (Forms) und den Vorlagen für die Präsentation der Daten in einem Arbeitsschritt Page Forms https://www.mediawiki.org/wiki/Extension:Page_Forms

Um die Daten nun strukturiert zu erfassen, musste diesen zunächst eine einheitliche Struktur gegeben werden. In enger Abstimmung mit allen Beteiligten begann die Phase der Datenmodellierung.

Nun wurden die einzubeziehenden Objektarten bestimmt. Neben Interviews, welche die wichtigste Kategorie darstellen, fiel die Entscheidung, eine allgemeine Sammel-Kategorie "Ressourcen" für nahezu beliebige weitere Forschungsobjekte einzuführen. Darüber hinaus wurde schnell klar, dass im Gesamtzusammenhang noch weitere Objektarten wie Personen, Orte, Institutionen und Forschungsprojekte eine Rolle spielen. Im Modellierungsprozess wurden die umfangreichen Relationen deutlich, die zwischen den Kategorien bestehen. Eine losgelöste Beschreibung der Einzelobjekte hätte daher viel Potential verschenkt. Stattdessen wurde beschlossen eine Ontologie zu erstellen, welche diese Beziehungen zwischen den Objektkategorien abbildet und es somit erlaubt ein Netzwerk aus Informationen, eine Art Wissensgraphen, zu erstellen. Um eine sinnvolle Nachnutzung der so erhobenen Daten zu gewährleisten sollten zudem - wann immer sinvoll möglich - existierende Normdatensätze eingebunden und passende Vokabulare zur Beschreibung genutzt werden.

Der nächste Arbeitsschritt umfasste die Abstimmung bezüglich der den Kategorien zugeordneten Attribute. Es musste also für die Interviews und andere Objektarten festgelegt werden, hinsichtlich welcher Aspekte diese beschrieben werden sollen. Nach diesbezüglichen Gesprächen mit den am Projekt beteiligten Forschenden erfolgte eine initiale Datenmodellierung und anschließende Umsetzung in SMW durch das KompetenzwerkD.

In mehreren Iterationen ...

  • Umsetzung der vereinbarten Schritte bezüglich Modellierung, Präsentation und/oder Datenerfassung
  • Präsentation des Systems und eventueller Neuereungen durch das KompetenzwerkD
  • praktische Verwendung des Prototypen zur Datenerfassung durch die Projektmitglieder
  • gemeinsame Auswertung des aktuellen Stands und Beschluss nächster Schritte

Fortschreitende Anpassungen hinsichtlich Modellierung, Präsentation und Datenerfassung ermöglichten eine zügige Anpassung des Gesamtsystems an die zu erwartenden Abläufe im Forschendenalltag. In diesem Zusammenhang wurden die zu erfassenden Kategorien um Fotosammlungen, Einzelfotos und Veranstaltungen erweitert.

TODO Zusätzliche Erweiterungen installiert Maps https://maps.extension.wiki/ Einbindung dynamischer Karten, in unserem Fall zur räumlichen Einordnung von Orten Eröffnet auch weiterfüherende Möglichkeiten, wie die Erzeugung einer Übersicht aller in den Interviews der Projektpartner vorkommenden Orte

Modern Timeline https://github.com/ProfessionalWiki/ModernTimeline#modern-timeline Einbindung dynamischer Zeitstrahlen, hiermit wird für die Projekte eine Übersicht erstellt, wann welche Interviews geführt wurden

Attachments https://www.mediawiki.org/wiki/Extension:Attachments Ermöglicht das komfortable Hinzufügen von Anhängen zu Wikiseiten

  1. Seite: das Ergebnis?

TODO!

Datenmodell:

  • Ausgewählte Schemata präsentieren?

SMW

  • Screenshots Datenerfassung / Templates?
  • Einzelne Inline Queries aus den Templates?